
Beim Kontrabass kommt es an den überstehenden Rändern von Decke und Boden manchmal dazu, dass etwas Holz wegbricht oder absplittert. Bei Kontrabässen aus Sperrholz betrifft das dann meist nur die äußere Furnierlage.
Bei manchen Bässen ist der Span aber lediglich aufgemalt – vor allem Sperrholzbässe, aber auch viele einfache alte böhmische Bässe haben keinen eingelegten Span. In der Geigenbauliteratur wird dem eingelegten Span eine Schutzwirkung zugesprochen: Risse, die von außen nach innen verlaufen, werden vom quer dazu verlaufenden Span quasi „gestoppt“. Aber ist das wirklich so?
Bei dem hier abgebildeten Sperrholzbass ist gut zu erkennen, wie die Fehlstücke exakt bis zum eingelegte Span (Adergraben) gehen. Durchgehende Trockenrisse, die der Adergraben stoppen könnte, treten bei Sperrholz ja generell nicht auf. Aber bei manchen Sperrholzbässen habe ich den Eindruck, dass der schmale Furnierrand gerade deswegen leichter absplittert, weil das Furnier für den eingelegten Span durchschnitten wurde. Insofern ist bei Sperrholz-Bässen ein aufgemalter Span kein kostensparender Workaround, sondern bringt durchaus bauliche Vorteile.
Anders ist es bei vollmassiven Bässen (zweites Foto). Der Rand wurde durch einen Anstoß beschädigt und eingedrückt, und das Holz ist entlang der Jahre gesplittert. Man erkennt gut, wie der Bruch am eingelegten Span endet, und wie dieser dazu beigetragen hat, dass die Risse nicht weiter in die Decke gehen. Da kein Stück verloren gegangen war, ließ sich dieser Schaden sehr gut reparieren.

