Dieses Gofriller-Modell hatte einen Halsbruch am Wirbelkasten – eine der schwächsten Stellen eines Basses. Manchmal gelingt es, das recht gut und langlebig zu reparieren (ich verwende dazu gerne Dübel aus Carbon), aber der Kunde hat sich hier für einen neuen Hals entschieden.
Tonabnehmer, die unter den Stegfuß geklemmt werden, lassen sich recht einfach mal eben schnell auf dem eigenen Bass ausprobieren. Schwieriger ist das Ausprobieren bei Tonabnehmern, für die der Steg umgebaut, oder wo der Tonabnehmer an den Steg angepasst werden muss. Um unseren Kunden dennoch einen Eindruck vom Klangcharakter dieser Pickups geben zu können, haben wir sie alle auf einem Bass montiert. Wir haben mit diesem Bass auch Aufnahmen erstellt – das war 2011 und ist damit schon etwas länger her, aber im Prinzip sind die Aufnahmen noch immer aktuell. Deswegen bekommen sie hier auf unserer neuen Website nochmal einen eigenen Blogbeitrag.
Die Tonabnehmer-Signale gingen dabei direkt ins Mischpult (teilweise mit einem Lehle Sunday Driver XLR zur Impedanz-Anpassung vorgeschaltet). Keine Klangregelung oder Effekte, nur der trockene Tonabnehmer-Klang. Für eine CD-Aufnahme hätte man sicherlich den Klang weiter optimiert und den jeweiligen Eigenschaften der Tonabnehmer mit angepassten EQ-Einstellungen Rechnung getragen – darauf habe ich hier bewusst verzichtet. Auf der Bühne hören sich die Tonabnehmer also sicherlich anders an: Amp und Lautsprecher färben den Sound, und natürlich spielt auch die Raumakustik eine Rolle. Diese Aufnahmen geben also nicht wieder, wie sich ein Tonabnehmer über einen Amp verstärkt auf der Bühne anhört.
Der ADFC Frankfurt hat sich für den Beitrag in der Mitgliederzeitschrift meinen Kontrabass-Trailer zeigen lassen. „Mobiles Arbeiten – Gewerbetreibende setzen aufs Rad“ – außer meinem Kontrabasstransport per Fahrrad werden auch die Physiotherapeutin Leonarda Tyralla und der Steinmetz Kersten Droß porträtiert.
Neuzugang in der Werkstatt: ein Kontrabass aus dem Vogtland. Bevor der Bass wieder spielbar ist, braucht er noch etwas handwerkliche Zuwendung, aber die Substanz ist sehr gut und erfreulich unverbastelt. Selbst der originale Lack ist noch in gutem Zustand und muss nur etwas aufgefrischt werden.
Welche Werkstatt den Bass gebaut hat, ist unbekannt – der Bass hat keinen Zettel. Allerdings hat der Händler, der den Bass seinerzeit weiterverkaufte, mit zwei Nägeln ein kleines Blechschild auf dem Blättchen angebracht: „Wilhelm August Otto | Musikinstrumente & Saiten | Markneukirchen i/S.“ Solche durch Händler nachträglich angebrachte Metall-Etiketten sind bei Streichinstrumenten eher ungewöhnlich, man sieht sie aber häufiger bei Gitarren. Aber immerhin gibt uns das Schildchen heute eine konkrete Auskunft über die Geschichte dieses Basses, die bei den meisten vogtländischen Instrumenten dieser Zeit ja oft etwas diffus bleibt.
In dem Bass einer Musikschule entdeckte ich diesen bemerkenswerten Stimmstock: Eigentlich ist er etwas zu kurz. Statt für einen neuen Stimmstocks entschied man sich in der letzten Werkstatt jedoch dafür, noch etwas anzusetzen. So bekam dieser Stimmstock ein Hütchen aus Ahorn.
Das ist deswegen selten und bemerkenswert, weil die Kosten für einen Stimmstock ja weniger im Material, sondern viel mehr in der Arbeitszeit begründet liegen. Das sorgfältige Anpassen einer Stimme ist nunmal sehr zeitaufwändig. Eigentlich lohnt es sich da nicht, an eine alte Stimme noch etwas aufzuleimen und das dann neu anzupassen.
Ein Kunde war bei einem Gig in der Verlegenheit, sein Smartphone als Spickzettel benutzen zu müssen. Das dazu verwendet Gaffa-Tape hinterließ beim Abziehen allerdings einige hässliche Krater im Lack des Basses. Gefahrloser für den Lack eines Kontrabasses sind wiederverwendbare Klebe-Pads, wie sie zum Beispiel zur Befestigung auf Auto-Armaturen angeboten werden. Diese Klebepads arbeiten nicht mit Klebstoff, sondern Vakuum, und hinterlassen somit keine Kleberückstände auf dem Bass. Je nach Zustand des Lacks sind auch sie sicher nicht ganz gefahrlos, aber meine Tests auf verschiedenen Instrumenten ergaben keinerlei Probleme beim Entfernen dieser Pads.
Der renommierte Dübel-Hersteller Fischer bietet solche Vakuum-Pads mit Klett-Rückseite an. Pro Set liegt die angegebene Haftkraft bei 5 kg.
Phillipp Hahn, der Wirt des Jazzkellers, ist wie ich ein passionierter Alltagsradler. Der Jazzkeller ist auch nicht weit von uns entfernt – sonst hätte ich bei seiner Transport-Methode doch etwas Sorgen, als er mir den Jazzkeller-Bass wegen ein paar offenen Leimfugen mit seinem Omnium vorbeibrachte. Eugens alter Rubner bekam dann noch ein Rundum-Checkup, nun ist der Bass wieder bereit für Europe’s most famous Jazz Club.
Dieser Bass kam mit einem 50 cm langen Riss im Unterbug zu uns in die Werkstatt. Es ist nicht die erste Zargenriss, die dieses Instrument erlebt. Der Bass hat einen Zettel von Friedrich Meindl, datiert 1892 – Meindl hat ihn also im Alter von 66 Jahren gebaut, zwei Jahre vor seinem Tod. Lüttgendorf schreibt über Meindl:
„Meindl, Friedrich. Würzburg, † 1894, Sohn von Franz X. M., Schüler seines Vaters und von Vauchel. Er verlegte sich ganz auf den Bau von Streichinstrumenten und bildete sich darin während seiner Gehilfenzeit in guten Werkstätten aus. Im Jahre 1864 übernahm er die väterliche ((Zitherbau-))Werkstatt. Er war ein sehr sauberer und bis an sein Lebensende fleißiger Arbeiter und hat viele Geigen und Violoncelli gemacht. Er verwendete schönes Holz und einen selbstbereiteten Spirituslack (goldgelben Grund und kirschroten Farblack).“
Zum Glück hat er es bei diesem Kontrabass beim goldgelben Grund belassen – denn Kirschrot trifft den heutigen Geschmack nicht mehr ganz …
Während des Einsatzes auf dem Deutschen Jazzfestivals ging die Mechanik dieses Basses der HR Big Band kaputt. Jeffrey Meinel von Rubner in Markneukirchen konnte sie aber wieder reparieren, so dass sie nicht durch eine neue ersetzt werden musste. Nach den Herbstferien der HR Big Band konnte der Bass also wieder zum Einsatz kommen.
Schreiben Sie uns gerne per E-Mail, wenn Sie weitere Informationen benötigen oder etwas bestellen möchten. Oder kommen Sie einfach mal bei uns in Frankfurt vorbei!
Um dir ein optimales Erlebnis zu bieten, verwenden wir Technologien wie Cookies, um Geräteinformationen zu speichern und/oder darauf zuzugreifen. Wenn du diesen Technologien zustimmst, können wir Daten wie das Surfverhalten oder eindeutige IDs auf dieser Website verarbeiten. Wenn du deine Zustimmung nicht erteilst oder zurückziehst, können bestimmte Merkmale und Funktionen beeinträchtigt werden.
Funktional
Immer aktiv
Die technische Speicherung oder der Zugang ist unbedingt erforderlich für den rechtmäßigen Zweck, die Nutzung eines bestimmten Dienstes zu ermöglichen, der vom Teilnehmer oder Nutzer ausdrücklich gewünscht wird, oder für den alleinigen Zweck, die Übertragung einer Nachricht über ein elektronisches Kommunikationsnetz durchzuführen.
Vorlieben
Die technische Speicherung oder der Zugriff ist für den rechtmäßigen Zweck der Speicherung von Präferenzen erforderlich, die nicht vom Abonnenten oder Benutzer angefordert wurden.
Statistiken
Die technische Speicherung oder der Zugriff, der ausschließlich zu statistischen Zwecken erfolgt.Die technische Speicherung oder der Zugriff, der ausschließlich zu anonymen statistischen Zwecken verwendet wird. Ohne eine Vorladung, die freiwillige Zustimmung deines Internetdienstanbieters oder zusätzliche Aufzeichnungen von Dritten können die zu diesem Zweck gespeicherten oder abgerufenen Informationen allein in der Regel nicht dazu verwendet werden, dich zu identifizieren.
Marketing
Die technische Speicherung oder der Zugriff ist erforderlich, um Nutzerprofile zu erstellen, um Werbung zu versenden oder um den Nutzer auf einer Website oder über mehrere Websites hinweg zu ähnlichen Marketingzwecken zu verfolgen.