Höhenverstellbare Kontrabassstege sind heute weit verbreitet, und auch an verstellbaren Hälsen haben sich bereits mehrere Bassbauer versucht. Ziel ist hierbei, die Saitenlage (also den Abstand zwischen Saiten und Griffbrett) unterschiedlich einstellen zu können, um den Bass an unterschiedliche Luftfeuchten oder unterschiedliche Saiten und Spielanforderungen anzupassen.
Ein Kunde brachte mir unlängst einen interessanten Bass, der vor einigen Jahrzehnten vom Vor-Vororbesitzer mit einem höhenverstellbaren Griffbrett (sic!) ausgestattet worden war. Das Griffbrett wurde dazu mit einem Scharnier unter dem Obersattel mit dem Hals verschraubt. Unter dem Griffbrett-Überstand war der Neigungsinkel des Griffbretts mit einem Kniehebelspanner verstellbar. Eine T-Schiene aus Edelstahl stabilisierte den Hals, der sich ohne das fest verleimte Griffbrett sonst sicherlich verzogen hätte. Heute würde man hier zu einer Carboneinlage greifen, aber das Material stand in den 1950ern noch nicht zur Verfügung.
Das ganze war handwerklich sehr gut umgesetzt – der Kunde wollte es dennoch rückgebaut haben. Dort, wo der Kniehebelspanner auf dem Oberklotz saß, ersetzte ich dazu das Fehlstück in der Decke. Die T-Schiene war nicht nur verschraubt, sondern auch verklebt – und ließ sich nicht herauslösen. Herausfräsen schied bei Edelstahl logischerweise aus, größere Gewalteinwirkung auch – sie blieb also drin.
Ganz ohne Verstellmöglichkeiten ist der Bass aber jetzt dennoch nicht: der Steg bekam Franz Mosers Stegschrauben, und auch ein verstellbarerer Untersattel wurde montiert.



