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„Blätterteig“-Reparatur

Beim Kontrabass kommt es an den überstehenden Rändern von Decke und Boden manchmal dazu, dass etwas Holz wegbricht oder absplittert. Bei Kontrabässen aus Sperrholz betrifft das dann meist nur die äußere Furnierlage.

Bei manchen Bässen ist der Span aber lediglich aufgemalt – vor allem Sperrholzbässe, aber auch viele einfache alte böhmische Bässe haben keinen eingelegten Span. In der Geigenbauliteratur wird dem eingelegten Span eine Schutzwirkung zugesprochen: Risse, die von außen nach innen verlaufen, werden vom quer dazu verlaufenden Span quasi „gestoppt“. Aber ist das wirklich so?

Bei dem hier abgebildeten Sperrholzbass ist gut zu erkennen, wie die Fehlstücke exakt bis zum eingelegte Span (Adergraben) gehen. Durchgehende Trockenrisse, die der Adergraben stoppen könnte, treten bei Sperrholz ja generell nicht auf. Aber bei manchen Sperrholzbässen habe ich den Eindruck, dass der schmale Furnierrand gerade deswegen leichter absplittert, weil das Furnier für den eingelegten Span durchschnitten wurde.

Insofern ist bei Sperrholz-Bässen ein aufgemalter Span kein „fauler Trick“, sondern bringt durchaus bauliche Vorteile.

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Lufthansa ändert Mitnahmeregeln für (kleine) Musikinstrumente

Nachdem die Geigerin Caroline Widmann sich bei einem Flug gezwungen sah, ihre Guadagnini-Geige ohne schützenden Koffer mit ins Flugzeug zu nehmen, wandte sie sich an den Lufthansa-Vorstand. Mit Erfolg: die Fluggesellschaft passte nun ihre Mitnahmeregeln für Musikinstrumente an:

Dabei wird eine Summenregel angewendet: Höhe plus Breite plus Tiefe des verpackten Instruments darf in Summe nicht mehr als 125 Zentimeter betragen. Auf diese Weise können auch Instrumente mit an Bord genommen werden, die länger als das reguläre Höchstmaß von 55 Zentimetern sind. Die Anpassung der Regelung für kleine Musikinstrumente haben wir aufgrund verschiedener Kundenfeedbacks überdacht und umgesetzt.

Für den Kontrabass bliebt damit zwar alles beim alten – aber die Mitnahme eines Kontrabass-Bogens in die Flugzeug-Kabine könnte nun erleichtert worden sein.

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… und noch ein Bass mit abnehmbarem Hals

Diese Bass kam zu mir in die Werkstatt, weil sich der Hals gelockert hatte. Nachdem ich ihn vollständig herausgelöst hatte, zeigt sich: die Leimverbindung hatte so viel Luft, das konnte nicht halten … 

Die Halsverbindung ist bei diesem Bass als verdeckter Scwalbenschanz ausgefüht, allerdings so ungenau und mit so viel Spiel, dass eigentlich allein die Verleimung mit dem Bodenblättchen all die ganze Last getragen hatte. Deswegen entschieden wir, die Halsverbindung als Schraubverbindung auszuführen. Das Motiv für die Umrüstung zum abnehmbaren Hals war hier also nicht, den Bass mit auf Reisen zu nehmen – aber die Schraube verspricht, die haltbarste Verbindung zu sein (ein komplett neuer und sauber eingesetzter Hals schied aus Kostengründen aus).

Im Zuge des Umbaus zeigte sich, dass man das Problem des losen Halses schon zuvor einmal mit einer Schraube zu lösen versucht hatte: jemand hatte sie von oben durch den Halsfuß geschraubt, allerdings in aus jeden Blickwinkel betrachtet schief. Sie brach schließlich, und bei einem weiteren Reparaturversuch wurde das Schraubenloch wieder verdübelt. Der abgebrochene Rest der Schraube sitzt allerdings noch im Halsklotz. 

Nach dem Auffüttern der Schwalbenschwanzverbindung wird der Hals nun von einer Schraube M8 sicher gehalten – das Gegengewinde wurde von Innen (unten) in den Halsklotz eingesetzt.

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Sechssaiter

Ein Kontrabass mit sechs Saiten?!? Nein, eine Violone. Das zur Familie der Gamben zählende Instrument sieht einem Kontrabass aber recht ähnlich, die Korpusgröße ist etwas größer als die eines ½ Basses, die Mensur ist mit 90 cm aber etwas kleiner.
Gebaut wurde diese G-Violone 1962 bei Uebel in Celle. Die Mechaniken sind so herum montiert, so dass die Drehrichtung der Wirbel anders herum als vom Bass her gewohnt ist. Man muss also zum Hochstimmen „nach unten“ drehen. Zunächst hielt ich das für eine Fehler … sowas kann ja dem tüchtigsten Instrumentenbauer mal passieren. Inzwischen nehme ich aber an, dass die Mechaniken absichtlich so montiert wurden, um die Darmsaiten von unten über die Wirbel, und nicht wie sonst von oben über die Wirbel führen zu können. So ist der Winkel, in dem die Saiten über den Sattel laufen, etwas spitzer und die doch relativ dünnen und weichen Darmsaiten liegen mit etwas mit Druck im Sattel. Die recht weit herumgefeilten Kerben des Originalsattels deuten für mich darauf hin, dass die Saiten zuvor so aufgezogen waren.

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Neuzugang: Kontrabass „Wilhelm August Otto“

Neuzugang in der Werkstatt: ein Kontrabass aus dem Vogtland. Bevor der Bass wieder spielbar ist, braucht er noch etwas handwerkliche Zuwendung, aber die Substanz ist sehr gut und erfreulich unverbastelt. Selbst der originale Lack ist noch in gutem Zustand und muss nur etwas aufgefrischt werden.

Welche Werkstatt den Bass gebaut hat, ist unbekannt – der Bass hat keinen Zettel. Allerdings hat der Händler, der den Bass seinerzeit weiterverkaufte, mit zwei Nägeln ein kleines Blechschild auf dem Blättchen angebracht: „Wilhelm August Otto | Musikinstrumente & Saiten | Markneukirchen i/S.“
Solche durch Händler nachträglich angebrachte Metall-Etiketten sind bei Streichinstrumenten eher ungewöhnlich, man sieht sie aber häufiger bei Gitarren. Aber immerhin gibt uns das Schildchen heute eine konkrete Auskunft über die Geschichte dieses Basses, die bei den meisten vogtländischen Instrumenten dieser Zeit ja oft etwas diffus bleibt.